Kochersteig
An dieser Stelle möchte ich auf ein weniger bekanntes Wanderparadies aufmerksam machen: das Hohenloher Land. Die Touristik hat viel in die Infrastruktur investiert und dafür auch meinen Lieblingswanderführer
Dr. Konrad Lechner damit beauftragt, Mehrtagestouren zu entwickeln.

Entomologische Besonderheit: Wanderführer Konrad zeigt den Schmetterlingshaft, den er einmal im Rötelbachtal mit der Kamera erwischte. Foto: Roland Schmellenkamp
Das Ergebnis heißt Kocher-Jagst-Trail. Man kann diesen Rundweg in einem Rutsch durchlaufen (200 km, 10 Tagesetappen). Oder in Teilen, die eigene Bezeichnungen tragen: Jagststeig (4 Tage), Bühlersteig
(3 Tage) und Kochersteig
(3 Tage). Gut durchdacht: Die einzelnen Teile haben am Anfangs- und Endpunkt jeweils einen DB-Bahnhof, so dass Anreise und Abreise problemlos möglich sind.
Den genauen Verlauf und die Beschreibungen der einzelnen Etappen finden Sie auf dem vorbildlichen Wanderportal wegpunkt, eine Initiative von Heinz Obinger, die gar nicht hoch genug geschätzt werden kann, ob von Wanderern, die reichlich Gebrauch machen von dem kostenlosen Angebot, oder von der Touristik. Besser kann man ein Wandergebiet nicht präsentieren!
Den Trail empfehle ich natürlich nicht einfach so! Zur offiziellen Eröffnungswanderung des Kochersteigs um den 1. Mai 2010 war ich dabei, und ich muss sagen: Die drei Tage haben mich begeistert!

Kocher-Jagst-Trail – der Name ist Programm: Das Wasser ist ein ständiger Begleiter der Wanderer. Foto: Roland Schmellenkamp
Ein liebliches, kuppiges Land, wo man immer mal wieder auf naturbelassenen Pfaden abtaucht in romantische Schluchten. Dann geht es wieder mit weitem Blick über die Hohenloher Ebene. Im Frühling können sich Pflanzenfreunde über blühende Schätze freuen, wie Aronstab, Haselwurz und Einbeere. Im Juni, wenn die Wiesen blühen, muss ich – gerade als Insektenfan – unbedingt noch einmal dorthin!
Beim Bühlersteig arbeitet Konrad noch an ein paar Kleinigkeiten, und so ist der Kocher-Jagst-Trail auf dem besten Wege zum Premiumsiegel.
